Härteprüfung allgemein
Definition:
Die tech. Härte ist der Widerstand des Werkstoffes bzw. des Werkstücks gegen
dasEindringen eines Probekörpers.
Nach der Härteprüfung kann das
Werkstück noch genutzt werden. Die Härteprüfung ist daher
zerstörungsfrei. Sie gehört zu der Gruppe der mechanischen statischen Prüfverfahren.
Härteprüfung
nach Brinell
Für die Härteprüfung nach Brinell
gilt die DIN EN ISO 6506-1.
Bei diesem Verfahren wird eine gehärtete
Stahlkugel, die einen bestimmten Durchmesser besitzt, mit einer definierten
Kraft in das Werkstück eingedrückt. Nach Herausfahren des Probekörpers wird
der Durchmesser des Eindruckes gemessen. Die Härte wird dann anhand einer
Tabelle abgelesen. Sie kann aber auch mit einer Formel bestimmt werden:
HB=
, wobei D= Kugeldurchmesser und d= Durchmesser des Abdruckes
Je kleiner der Durchmesser des
Eindruckes ist, um so härter ist das Werkstück.
Damit die Härteprüfung stets
einheitlich ist, gelten folgende Bedingungen:
¬ Die Fläche des zu prüfenden Körpers muss
blank und eben sein.
¬ Der Kugeldurchmesser beträgt: 1; 2.5; 5 oder 10 mm
¬ Die Kraft soll in etwa 10 sec. stoßfrei und senkrecht wirken. Das Werkstück
wird mit dieser Kraft ebenfalls 10 sec. belastet.
¬ Damit das Werkstück nicht zerstört wird muss es 10fach so groß sein wie
der Probekörper.
Die HB Prüfung wird bei Werkstoffen
mittlerer Härte bis ca. 450 HB durchgeführt. Die HB Härteprüfung kann bei
sehr dünnen oder sehr harten Körpern nicht angewandt werden. Weiterhin stellt
diese Prüfung eine sehr preisgünstiges Verfahren dar.
Härteprüfung
nach Vickers
Für die Härteprüfung nach Vickers
gilt die DIN EN ISO 6507-1
Im Gegensatz zur Brinell Härteprüfung
ist der Prüfkörper hier eine stumpfe, vierseitige Pyramide aus Diamant. Diese
wird mit einer Kraft F in den zu prüfenden Werkstoff gedrückt. Nach der
Entlastung wird die Diagonale des Eindruckes bestimmt. Der Eindruck hat die Form
eines Quadrates.
Die Härte HV wird dann anhand einer Tabelle abgelesen.
Sie kann auch mit einer Formel berechnet werden:
HV=
, wobei d Mittelmaß der Diagonalen ist.
Es gilt ebenso: Je kleiner die
Diagonale, desto größer ist die Härte.
Einige Bedingungen sind auch bei der
Vickers - Prüfung zu beachten:
¬ Die Prüfkraft ist, zumindest im
Bereich von F=49 bis 980N, nicht definiert. Es gibt allerdings übliche Lasten:
F= 49, 98, 196, 294, 490 oder 980 N
¬ Das Werkstück (Stahl) wird 10- 15 sec. belastet.
¬ Die Prüffläche des Werkstückes muß eben und blank sein.
Das Vickers Prüfverfahren hat den
Vorteil, dass alle Härtegrade geprüft werden können. Ebenso kann dieses
Verfahren bei dünnen Werkstücken angewandt werden. Da dieses Verfahren ein
hohes Maß an Präzision erfordert und somit Labors nötig sind, ist es teurer
als die Brinell - Prüfung.
Härteprüfung
nach Rockwell
Für die Rockwellprüfung gilt die
DIN EN ISO 6508-1.
Bei diesem Verfahren kann sowohl ein
Diamantkegel (HRC) als auch eine Stahlkugel (HRB) verwendet werden.
Im Gegensatz zu den vorherigen Prüfverfahren kann der Härtewert bei der
Rockwellprüfung direkt an der Maschine abgelesen werden.
Zu diesem Zweck wird zuerst eine
Vorlast auf das Werkstück aufgebracht. Anschließend erfolgt die Zusatzlast.
Die Tiefe des Abdrucks nach Zurücknahme
der Zusatzlast ist die Härte.
Die Härte erechnet sich wie folgt:
HRC= 100-500e
e = Eindringtiefe in mm unter Vorlast
HRB= 130-500e
Es gelten auch hier einige
Bedingungen:
¬ Die Unterseite des zu prüfenden
Körpers darf sich nicht plastisch verformen.
¬ Die Oberflächenstruktur ist im Gegensatz zu Brinell und Vickers unwichtig,
d.h. keine Behandlung nötig.
Das Rockwellverfahren ist daher
schnell und einfach.
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